anam-canan-coaching | Engelskapelle der Heiligen Odilia
Engel-Pendel, Lourdesgrotte, Engelskapelle, Basilika, Tränenkapelle, Mutter Gottes, Heilige Bernadette
18763
post-template-default,single,single-post,postid-18763,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-theme-ver-6.0,wpb-js-composer js-comp-ver-5.4.7,vc_responsive

03 Apr Die Engelskapelle der Heiligen Odilia im Elsass.

Das St.-Odilien-Kloster erhebt sich im Elsass in der Nähe der Ortschaften Obernai und Barr (Département Bas-Rhin) am Ostrand der Vogesen auf einer Höhe von 763 m. Die Aussicht von der Terasse ist gigantisch, man sieht vom Oberrheinischen Tiefland bis zu den Höhen des Schwarzwaldes. Sie ist dem Sonnenaufgang zugewandt.

 

Gleich daneben im Aussenbereich, sind die Engels- und die Tränenkapelle zu erwähnen, die mich ganz in ihren Bann gezogen haben. Die Kuppeln im Inneren sind mit Gold-Mosaiken bestückt und die ganze Engelschar schwebt über einem. Die Energie im Inneren der Engelskapelle ist erhaben. Du trittst ein und denkst, es ist so dunkel hier drin. Sobald sich die Augen an das wenige Licht gewöhnt haben, siehst du die ganze Pracht. Ein heiliger Ort der Stille. Hier sah ich Menschen, die ganz nahe an der Wand der Engel in stiller Andacht standen.

Am Fusse des Altars der Tränenkapelle, schützt ein prachtvolles goldenes Gitter eine Aushöhlung im Felsen. Der Überlieferung zufolge, soll sie von den Tränen der heiligen Odilia gegraben worden sein, als sie sich für das Seelenheil ihres Vaters einsetze.

Der Odilienberg strahlt eine sehr kraftvolle Energie aus. Augenblicklich spürt man beim Eintreten in das Innere der Klosteranlage diese mystische, andächtige oder auch heilige Stimmung, die schwer zu beschreiben ist. Die erhabene Stille überraschte mich, ob der vielen Menschen, die dort waren. Ich hatte das Gefühl, dass jeder Mensch der dort war, dem Ort seine Achtsamkeit entgegenbrachte. Niemand sprach laut oder gar über Alltagsgeschichten. Jeder war in sich eingekehrt. Bei Begegnungen schenkte man sich ein Lächeln und ging seines Weges.

 

Kreuzkapelle

Meine erste Station, im Inneren der Klosteranlage, die zum Innehalten einlud, war die Kreuzkapelle. Erstaunlich ist, wie warm es dort war, kannte ich doch Pilgerkapellen nur als sehr sehr kühle Orte. Der wunderschöne Altar mit den vielen Kerzen lud mich ein Platz zu nehmen. Glaubt es mir, es ist wie ein Sog, wie eine meditative Trance, die einem befällt, allein das Betrachten der Fürbitt-Kerzchen bringt einem in inneren Frieden.

Der Kreuzweg mit der Lourdes-Grotte

Rund um die Klosteranlage führt ein Kreuzweg, mit einer Lourdgrotte. Die Mutter Gottes und die heilige Bernadette stehen hoch oben in einer Felswand.

Alles ist sehr schön restauriert in und um die Anlage. Odilia ist überall präsent. Zeit, mehr über sie zu erfahren, bis anhin kannte ich sie nicht. Hier ist ihre Geschichte:

Das Leben der Heiligen Odilia ist grösstenteils legendär überliefert. Die älteste bekannte Schrift, die vom Leben der Odilia berichtet, die Vita Sanctae Odiliae, befindet sich in der Stiftsbibliothek in St. Gallen.

Sie soll 660 n. Chr. geboren worden sein. Ihre bettlägerige Mutter Bereswinde reicht das eingewickelte Neugeborene einer treuen Dienierin, um es einer Amme anzuvertrauen und es so vor dem Zorn ihres Gatten Eticho zu schützen. Dieser hatte auf die Geburt eines Sohnes gehofft und befohlen, das Mächen, das zudem noch blind war, zu töten.

Sie soll durch die Taufe, die erst später in ihrer Kindheit stattfand, wieder sehend geworden sein. Odilias Bruder erfährt, dass seine Schwester lebt und ihr Augenlicht wieder erlangt hat. Er konnte es bewerkstelligen, dass der Vater Odilia anerkannte. Mehr noch, der Vater schenkte ihr einen Schlüssel, als Symbol der Schenkung der Burg und zur Gründung eines Klosters.

 

Die Quelle der Pilger

Unterhalb des Klosters entspringt in einer Felsgrotte eine Quelle. Der Sage nach schlug Odilia mit ihrem Wanderstab auf den Felsen, worauf daraus Wasser floss. Sie heilte mit dem Quellwasser einen Leprakranken oder einen sehr erschöpften Wanderer. Wie auch immer. Gewiss ist jedoch, dass seither die Menschen zu der Quelle pilgern und ihr Wasser holen (Es ist kostenlos, genauso wie der Eintritt in die Klosteranlage). Die Quelle ist eine wichtige Etappe der traditionellen Wallfahrten zum Odilienberg. Ihr Wasser ist bekannt dafür, Augenkrankheiten zu heilen.

 

Die Basilika Unserer-Lieben-Frau ist der Jungfrau Maria geweiht und wurde 2006 von Papst Benedikt XVI in den Rang einer Pontifikat-Basilika  erhoben (ein Ehrentitel als Auszeichnung für eine Kirche, zu der zahlreiche Gläubige auf Pilgerschaft kommen). Auf deren Glockenturm steht die heilige Odilia, die die Rheinebene segnet.

Auf dem Hauptaltar befindet sich ein kleiner goldener Behälter, der Tabernakel, der heiligste Teil der Kirche, da er die geweihten Hostien beinhaltet, die in einem vasenähnlichen Gefäss aufbewahrt werden, dem mit einem Deckel verschlosenen Ziborium. Über dem Tabernakel, stützen zwei Engel mit ihren ausgestreckten Armen eine Krone, die eine Art Baldachin für das heilige Sakrament darstellt.

Im vorderen abgesperrten Teil sah ich betende Menschen. Wie mir gesagt wurde gehören sie zu einer Gemeinschaft, die ein 24 Stunden-Gebet vollzieht.

 

 

Resumé

Die Eindrücke dieses Ausfluges waren für mich überwältigend. Es gibt längere und kürzere Wege durch den wunderschönen Wald, rund um die Anlage, bei denen mystische Entdeckungen gemacht werden dürfen.

Leider reichte ein Nachmittag nicht aus, alles zu erkunden. Es war auch bestimmt nicht das letze mal, dass ich dort war. Vielleicht regt euch mein Bericht an, die Heilige Odilia zu besuchen. Ihr werdet garantiert nicht enttäuscht sein.

Quelle: Jean-Marie Le Minor & Alphonse Troestler



X